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Ziele

Compasito soll das Wissen, die Fertigkeiten, Werte und Einstellungen von Kindern entwickeln, die sie brauchen, um sich in der Gesellschaft einzubringen, sich über ihre Rechte und die Rechte anderer zu informieren und sie zu schützen. Auf diese Weise können Kinder aktiv am Aufbau einer Kultur der Menschenrechte mitwirken.

Wie werden die Ziele erreicht?

Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Aktivitäten in Compasito so gestaltet, dass

  • sie bei der Erkundung neuer Ideen und Perspektiven auf dem aufbauen, was die Kinder schon wissen
  • Kinder ermuntert werden, sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen und so viel wie möglich voneinander zu lernen
  • Kinder angeregt und befähigt werden, das Gelernte in einfaches, aber sinnvolles und angemessenes Handeln umzusetzen, um Gerechtigkeit, Chancengleichheit und die Menschenrechte zu unterstützen
  • sich in ihnen die zentralen Werte des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (KRK) widerspiegeln und unter den Kindern eine Kultur der Menschenrechte gefördert wird

Einstellungen und Werte, die mit Kommunikation, kritischem Denken, Parteilichkeit, Verantwortung, Toleranz und der Achtung anderer einhergehen, kann man niemandem beibringen, sie müssen durch eigene Erfahrung erlernt werden. Aus diesem Grund werden durch die Compasito-Aktivitäten Zusammenarbeit, Beteiligung und aktives Lernen gefördert. Ihr Ziel ist die ganzheitliche Einbeziehung von Kopf, Herz und Hand der Kinder. Kinder werden nur dann persönliche Verantwortung übernehmen, um die Menschenrechte anderer zu schützen, wenn sie sich in andere Menschen einfühlen können und verstehen, dass die Menschenrechte den menschlichen Grundbedürfnissen entspringen.

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Für wen ist Compasito?

Compasito wurde vor allem für pädagogische Fachkräfte, Trainerinnen und Trainer entwickelt, die mit Kindern arbeiten, außerdem für Lehrkräfte, Betreuungspersonen und Eltern, insbesondere für diejenigen, die sich für die Menschenrechtsbildung mit Kindern interessieren und nach praktischen Materialien Ausschau halten, um mit Kindern über Rechte, Werte und soziale Fragen zu diskutieren. Die Aktivitäten sind für Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren konzipiert.

Compasito setzt sowohl auf das Kind als auch auf das vorhandene Wissen und die Erfahrungen der Moderierenden. Die Aktivitäten können mit Kindern überall dort durchgeführt werden, wo diese den größten Teil ihres Alltags verbringen: in Schulen, Kindertagesstätten, Kinderhorten, Freizeitzentren, Kinderorganisationen oder Ferienlagern und einige davon sogar im familiären Umfeld. Während die Kinder für die Teilnahme an den meisten Aktivitäten keine besonderen Fähigkeiten mitbringen müssen, sind für die Moderation Kenntnisse non-formaler Lernmethoden und entsprechende Erfahrung erforderlich, damit die Aktivitäten gelingen.

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Was bietet Compasito?

Im letzten Jahrzehnt wurden in Europa und weltweit mehrere hochwertige kinderorientierte didaktische Materialien zu Menschen- und Kinderrechtsthemen produziert. Das Compasito-Redaktionsteam hat auf diesen Erfahrungen aufgebaut und versucht, diese in einem europäischen Kontext zu ergänzen. Das Handbuch bietet spezifisches Material zur Menschenrechtsbildung, eine non-formale Lernmethodik und einen interkulturellen Ansatz.

Menschenrechtsthemen

Compasito basiert auf denselben philosophischen und pädagogischen Ansätzen wie Kompass. Einige Teile, besonders diejenigen über konzeptionelle Fragen, sind Kompass direkt entnommen. Das Kernstück des Handbuchs sind die pädagogischen Aktivitäten, die für Kinder konzipiert wurden. Die Aktivitäten in Compasito sind um dreizehn ausgewählte Themen herum aufgebaut: Armut und soziale Ausgrenzung, Bildung und Freizeit, Bürgerschaft, Demokratie, Diskriminierung, Familie und alternative Betreuung, Frieden, Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit und Soziales, Gewalt, Medien und Internet, Partizipation, Umwelt. Um Menschenrechtsfragen enger mit der Alltagswirklichkeit und den persönlichen Erfahrungen von Kindern zu verknüpfen, heben diese Themen im Großen und Ganzen eher auf Werte und soziale Probleme ab denn auf formale Rechte, wie sie in Konventionen niedergelegt sind. Das Redaktionsteam hat sie gewissenhaft aus Dutzenden von Ideen ausgewählt und ist überzeugt, dass sie Menschenrechtsfelder abdecken, die für Kinder von zentraler Bedeutung sind, auch wenn in dieses Handbuch nicht sämtliche wichtigen Themen aufgenommen werden konnten. Einige Themen sprechen außerdem Probleme an, die zwar relevant sind, aber in anderen Handbüchern selten zur Sprache kommen, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit oder Geschlechtergerechtigkeit. Über diese ausgewählten Themen hinaus wurde eine Kategorie „Menschenrechte allgemein“ eingeführt, um Kindern das Konzept der Rechte nahe zu bringen und zu zeigen, wie sie diese in ihrem alltäglichen Leben verstehen und anwenden können.

Non-formale Lernmethodik

Compasito verwendet non-formale Lernmethoden und baut dabei auf die aktive Beteiligung und die persönlichen Erfahrungen von Kindern. Die Beteiligung der Kinder und ihre Zusammenarbeit sind hilfreich für den Aufbau des Gruppenzusammenhalts und den Abbau von Vorurteilen zwischen den Gruppenmitgliedern. Sie erhöhen das Verständnis komplexer Begrifflichkeiten, verbessern Problemlösungsfähigkeiten und fördern Kreativität und Praxisbezug: All dies sind wichtige Ziele der Menschenrechtsbildung. Erwachsene sollten sich nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass sie als Pädagoginnen und Pädagogen im Besitz der endgültigen Wahrheit seien. Kinder werden ihre Erfahrungen in den pädagogischen Prozess mit einbringen, und wer ihr Interesse wach halten und ihre erfolgreiche Entwicklung sicherstellen will, muss auf diese Erfahrungen aktiv Bezug nehmen.

Fragen und selbst Konflikte sollten als elementare Bildungsressourcen betrachtet werden, die positiv zu bewerten sind.

Ein interkultureller und partizipatorischer Ansatz

Kinder sind zwar sehr mit ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld, ihrer Kultur und ihren Freunden beschäftigt, aber sie sind auch neugierig auf die Welt: auf andere Kulturen, andere Regionen und andere Menschen.

In Compasito werden Geschichten und Situationen aus vielen Regionen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund eingesetzt. Diese bunte Vielfalt veranlasst die Kinder, sich Gedanken über verschiedene Kulturen zu machen und auf dieser Basis eine stabile Identität auszubilden. Wie die britische Pädagogin Reva Klein erläutert, eignen sich Kinder nicht einfach nur Wissen über das Leben anderer Kinder an, sondern sie fühlen sich ein, solidarisieren sich und verstehen ihre Rolle als Akteure in einem globaleren Maßstab.2

Dies wird in Compasito mittels eines interkulturellen und integrativen Entwicklungsprozesses unterstützt. Ende 2005 wurde bei einer Tagung von Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis, die direkt mit Kindern arbeiten, der Konzeptentwurf des Handbuchs erarbeitet, an den sich das internationale Redaktionsteam, das in offener Ausschreibung zusammengestellt wurde, anschließend eng anlehnte. Dieses internationale Team hielt es für unerlässlich, bei der Erstellung von Compasito mit den potenziellen Nutzerinnen und Nutzern und auch mit Kindern selbst eng zusammenzuarbeiten. Zu diesem Zweck wurde eine internationale Referenzgruppe von Frauen und Männern aus der Praxis gegründet und während des Entwicklungsprozesses konsultiert. Diese Bezugsgruppe hat die für Compasito vorgeschlagenen Aktivitäten getestet und bewertet und Feedback zu den theoretischen Teilen gegeben.

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